{"id":278,"date":"2016-07-29T13:02:44","date_gmt":"2016-07-29T11:02:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.carmensylvahaus.de\/homepage\/?page_id=278"},"modified":"2025-11-09T16:18:55","modified_gmt":"2025-11-09T14:18:55","slug":"carmen-sylva-zur-namenswahl","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.carmensylvahaus.de\/homepage\/carmen-sylva-zur-namenswahl\/","title":{"rendered":"Carmen Sylva &#8211; Zur Namenswahl"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.carmensylvahaus.de\/homepage\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Elisabeth_von_Ruma\u0308nien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-922 alignleft\" src=\"https:\/\/www.carmensylvahaus.de\/homepage\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Elisabeth_von_Ruma\u0308nien-240x300.jpg\" alt=\"Carmen Sylva\" width=\"240\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.carmensylvahaus.de\/homepage\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Elisabeth_von_Ruma\u0308nien-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.carmensylvahaus.de\/homepage\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Elisabeth_von_Ruma\u0308nien-216x270.jpg 216w, https:\/\/www.carmensylvahaus.de\/homepage\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Elisabeth_von_Ruma\u0308nien.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span class=\"quote\">&#8222;Gl\u00fcck ist das einzige, was wir anderen geben k\u00f6nnen, ohne es selbst zu haben.&#8220;<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #008080;\"><strong>Weshalb ist f\u00fcr unseren Verein Carmen Sylva Haus gGmbH dieser Name vorgeschlagen worden?<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>Zur Vereinsgr\u00fcndung am 26.August 1983 erschienen u.a. zwei besondere G\u00e4ste, die uns vom Leben der Namenspatin bzw. von den eigenen Erlebnissen an ihrem Lieblings-Aufenthaltsort berichten konnten. Es w\u00e4re an jenem Abend nicht m\u00f6glich gewesen, von der Sicht dessen, der die Benennung vorgeschlagen hatte, hinreichend darzustellen, wie er dazu gekommen war. Das soll nun schriftlich versucht werden.<\/p>\n<p>Warum \u00fcberhaupt eine historische Pers\u00f6nlichkeit &#8222;bem\u00fchen&#8220;? Hat es sich im\u00a0 Raume Wuppertal bew\u00e4hrt, dass es hier neben der Rudolf-Steiner- die Christian-Morgenstern-Schule gibt, damit das Troxler-Haus, auf dem Troxler-Hof das Haus Guggenb\u00fchl, auf Hof Sondern die Werkgemeinschaft Alfred Rexroth und im Felderbachtal den Marienhof, bei dessen Namen wir buchst\u00e4blich an mehrere Marien denken?<\/p>\n<p>Es kommt sicher darauf an, ob wenigstens einer der jeweiligen Mitarbeiter sich f\u00fcr die betreffende Biografie tats\u00e4chlich interessiert und nach Kr\u00e4ften dar\u00fcber hinaus sich vorzustellen sucht, wie man zu der betreffenden Urbild-Individualit\u00e4t in eine reale geistige Verbindung kommen k\u00f6nnte. Deshalb ist die Anregung zu dieser Darstellung ungemein zu begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Carmen<\/strong>, der Gesang und <strong>silva<\/strong>, der Wald (die Zusammensetzung m\u00fcsste eigentlich &#8222;carmen silvae&#8220; lauten, kl\u00e4nge aber nicht so gut) &#8211; unter diesem Dichternamen schrieb <em>K\u00f6nigin Elisabeth von Rum\u00e4nien<\/em>, geborene Prinzessin zu Wied (1843-1916), rund f\u00fcnfzig B\u00fccher. Sie war \u00e4u\u00dferst flei\u00dfig, fing schon nachts um 3Uhr mit der Arbeit an. Verfertigte tags\u00fcber vielfach kunstvolle Tischdecken und anderes, unterwies darin oft M\u00e4dchen und Frauen, gab unerm\u00fcdlich Audienzen, um ihrem Gatten beizustehen, den sie bis zuletzt sehr verehrte. Der geb\u00fcrtige Hohenzollernprinz ist unter dem Namen\u00a0<strong>Carol I.<\/strong> als <em>Sch\u00f6pfer<\/em> <em>des neuen Rum\u00e4nien<\/em> in die Geschichte eingegangen.<\/p>\n<p>Unz\u00e4hlige wohlt\u00e4tige Einrichtungen hat sie, die am liebsten Volksschullehrerin geworden w\u00e4re, w\u00e4hrend ihrer 47-j\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit im \u00f6stlichsten der romanischen V\u00f6lker angeregt, mitbegr\u00fcndet und betreut. Wer N\u00e4heres dar\u00fcber erfahren m\u00f6chte, kann es in einem Buch nachlesen, das 1983 herausgekommen ist. Von Hildegard Emilie Schmidt: &#8222;Die F\u00f6rderung von Kultur und Bildung in Rum\u00e4nien durch die K\u00f6nigin Elisabeth&#8220; (nach bisher unver\u00f6ffentlichten Quellen des F\u00fcrstlich-Wiedischen Archiv in Neuwied).<\/p>\n<blockquote><p><span class=\"quote\">&#8222;Gl\u00fcck ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zurechtzimmern.&#8220;<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Schon mit 12 Jahren verteilte sie eines Tages in einem Krankenhaus ihrer Vaterstadt 24 selbstgen\u00e4hte Nachthemden. W\u00e4hrend des russisch-t\u00fcrkischen Krieges (1877\/78), in dem ihre Wahlheimat mit hinein gezogen wurde, entfaltete sie eine sp\u00e4ter in ganz Europa bewunderte Aktivit\u00e4t, nicht nur vom Throne herab organisierend, sondern auch ganz schlicht als eine der &#8222;Barmherzigen Schwestern&#8220;. Mutig assistierte sie bei gef\u00e4hrlichsten Operationen, ersann kleine Freuden f\u00fcr die in Schmerzen jammernden Verwundeten und fand tr\u00f6stende Worte f\u00fcr die Sterbenden. Ihre Freundin\u00a0 Mite\u00a0 Kremnitz sagt in einer Biografie, Elisabeth habe in dieser schweren Zeit Erregung und Erm\u00fcdung mit eisernen Nerven ertragen und ihr Frohsinn sei dabei sogar noch gewachsen.<\/p>\n<p>Intensive Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod begannen schon in der Kindheit. Beide Eltern bedurften wegen psychischer Leiden der Pflege ihrer einzigen Tochter. Der J\u00fcngere von zwei S\u00f6hnen war schon mit schweren organischen Gebrechen ins Leben getreten. Hilflos musste die Familie oft zuschauen, wie er sich in Qualen wand,\u00a0 bis er mit 12 Jahren den sichen K\u00f6rper ablegen durfte: eine \u00fcberaus feine, fr\u00fchgereifte Seele. Pastor Carl Harder, einer von Elisabeths Hauslehrern, bei dem\u00a0 sie allsonnt\u00e4glich auch die Predigt h\u00f6rte, konnte ihr damals, wie sie in &#8222;mein Penatenwinkel&#8220; erz\u00e4hlt, gerade dadurch halt geben, dass ihm all seine 6 Kinder gestorben waren. Er wusste: sie hatten vor dem Erdendasein schon l\u00e4ngst im Himmel gelebt.<\/p>\n<p>Viel Trost brauchte sp\u00e4ter die K\u00f6nigin, als ihr einziges Kind mit vier Jahren einer Diphterie erlegen war und sie danach nur noch Fehlgeburten erlebte, acht oder zehn Mal. Welch ein hartes Schicksam an sich &#8211; und wie erst in diesem Falle, wo die Nation sehns\u00fcchtig auf den Thronerben wartete! Was aber die Leidgpr\u00fcfte aus Allem noch st\u00e4rker hervorgehen lie\u00df. Das war &#8211; \u00fcber die Pr\u00e4existenzanschauung des v\u00e4terlichen Freundes hinausgehend &#8211; die \u00dcberzeugung von Reinkarnation und gesetzesm\u00e4\u00dfigen Zusammenh\u00e4ngen zwischen den verschiedenen Erdenleben.<\/p>\n<p>Mit der Anthroposophie Rudolf Steiners kann sie nicht vertraut gewesen sein; das erkennt man am Stil ihrer Aussagen. Sie war eine Seelsorgerin unter den Poeten &#8211; wie in anderer Art ihr Zeitgenosse Peter Rosegger. In vielen ihrer Dichtungen war sie zweifellos eine Epigonin. Wertvoll ist gewiss, was sie aus der Volksliteratur ins Deutsche \u00fcbertragen hat.Immerhin war sie ein stetig \u00fcbender Mensch, auch im Musizieren (Klavier und Orgel), im bildnerischen Gestalten (u.a. begabt im portraitieren) und im Entwickeln k\u00fcnstlerischer Ideen f\u00fcr Geb\u00e4ude und Innenr\u00e4ume. Etwas Geniales hat sie zumindest im Umgang mit Rat und Hilfesuchenden.<\/p>\n<p>Heute ist sie im Allgemeinen eine Vergessene. Keines ihrer Werke (bzw. jener zwei oder drei die sie unter anderem Pseudonym mit der Freundin Kremnitz gemeinsam verfasst hat) ist in den letzten Jahrzehnten neuaufgelegt worden. Und es gibt nirgens eine wohlt\u00e4tige Einrichtung, die den Namen Carmen Sylvas tr\u00e4gt, von einem Stadtgarten und einem Ausfl\u00fcglerschiff in Neuwied abgesehen. Bei jenen Benennungen sah man blo\u00df die sp\u00e4te Romantikerin. Wir dagegen d\u00fcrfen in der fast nur noch lokal bekannten Tochter des Rheinst\u00e4dtchens eine Schriftstellerin erblicken, die in einem Punkt alle gro\u00dfen Denker des 18.\/19. Jahrhunderts \u00fcbertroffen hat, und zwar mit ihren f\u00fcnf B\u00e4ndchen <em>Gefl\u00fcsterte Worte<\/em> (1908-1912), nicht nur durch die F\u00fclle origineller Ausf\u00fchrungen \u00fcber Wiederverk\u00f6rperung und Schicksalszusammenh\u00e4nge, sondern vor allem durch den wahrhaft christlichen Duktus in ihren Gedankeng\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Abbildung von <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Elisabeth_von_Rum%C3%A4nien.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Franz Mandy<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elisabeth_zu_Wied\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Elisabeth zu Wied (Carmen Sylva)<\/a> Public domain, via Wikimedia Commons<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Gl\u00fcck ist das einzige, was wir anderen geben k\u00f6nnen, ohne es selbst zu haben.&#8220; Weshalb ist f\u00fcr unseren Verein Carmen Sylva Haus gGmbH dieser Name vorgeschlagen worden? 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